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Zurück zu Regulatorik & Realität Folge 10 · 15.09.2026

Fünf Preise. Und eine leere Spalte.

Der Preiskampf beim Altersvorsorgedepot, eine Ansage der BaFin zur Stornohaftung — und ein Antrag der Länder, der die Auszahlungsstrecke dem Staat zuweisen will.

15:46 Min Mario Pustan Hamburg
Folge 10 15.09.2026

Fünf Preise. Und eine leere Spalte.

Der Preiskampf läuft. Die Auszahlung fehlt.

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Shownotes

Fünf Anbieter haben seit dem 21. August ihre Konditionen für das Altersvorsorgedepot genannt. Alle liegen deutlich unter der gesetzlichen Kostengrenze. Keiner nennt öffentlich einen Partner für die lebenslange Rente. Darum geht es in dieser Folge — und um die Frage, wer diese Lücke gerade füllt.

Thema eins: die leere Spalte. Scalable null Euro, Smartbroker+ drei Jahre gebührenfrei (mit Kleingedrucktem bis 25.000 €), Deka 0,1 Prozent, Quirion kostenfrei. Die ING nennt bislang keine offiziell verifizierbaren Konditionen für ihr Altersvorsorge-Depot; einzelne Vergleichsseiten führen bereits Preisangaben, die sich auf den ING-Seiten jedoch nicht nachvollziehen lassen. Die gesetzliche Obergrenze liegt bei 1 Prozent Effektivkosten. In keiner dieser Ankündigungen steht, wer die Leibrente ab 85 darstellt — und bis zum 15. September gibt es keine einzige Kooperationsmeldung zwischen einem Depotanbieter und einem Lebensversicherer. Die Frage aus Ausgabe 09 ist damit beantwortet, nur breiter als gestellt.

Thema zwei: Die Aufsicht meldet sich. Julia Wiens, Exekutivdirektorin der Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht, im BaFin-Interview vom 7. September: Der kostenfreie Anbieterwechsel kann zu hohen Mittelabflüssen führen, der übliche Stornohaftungszeitraum von fünf Jahren wird „der neuen Risikolage unter Umständen nicht gerecht", und eine rein provisionsgetriebene Vertriebssteuerung ist aufsichtsrechtlich unzulässig. Kein Rundschreiben — eine Ansage sechzehn Wochen vor dem Produktstart.

Thema drei: Was die Länder ändern wollen. Die Empfehlungen der Ausschüsse liegen seit dem 11. September vor. Der Finanzausschuss will die steuerliche Förderung auf einen Vertrag je Kind begrenzen. Der Sozialausschuss will Ansprüche aus der Bundesbank-Sammelanlage ab 18 in ein Standarddepot in öffentlicher Trägerschaft überführen — und trifft damit genau die leere Spalte aus Thema eins. Denn die Rechtsgrundlage für ein staatliches Altersvorsorgedepot steht seit Mai, es fehlt nur die Rechtsverordnung. Dazu die Forderung, Synergien mit der geplanten Kapitalrente „mit höchster Priorität" zu prüfen. Entschieden wird am 25. September im Plenum.

Korrektur aus Folge 9: Die Frist fürs Optionssystem hängt an der Fälligkeit des Entgelts, nicht am Kalendermonat. Wer nachschüssig abrechnet, hat bis Ende Oktober Zeit, nicht bis Ende September. Meine Rechnung war einen Monat zu knapp — immerhin in die vorsichtige Richtung.

Diese Woche konkret: Das Angebotsdatum fürs Optionssystem aus dem eigenen Entgeltlauf ausrechnen, nicht aus einem Kalenderbeispiel. Wer Provisions- und Stornomodelle für 2027 kalkuliert, legt die üblichen fünf Jahre Stornohaftung neben den Satz von Julia Wiens und rechnet eine zweite Variante durch. Und wer zum Sozialpartnerdialog etwas beizutragen hat, sagt es im September — am 8. Oktober kommentiert man ein Papier, statt es zu schreiben.

Kapitel

  • 00:12Intro und die fünf Preisblätter
  • 01:44Die leere Spalte
  • 04:29Die Aufsicht meldet sich
  • 07:10Was die Länder ändern wollen
  • 11:20Korrektur, Fragen aus dem Maschinenraum und Ausblick

Links & Quellen

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