20. Januar 2026 | KI-News | 4 Min. Lesezeit


Auf den Punkt


BSI: Neuer Leitfaden gegen Evasion-Attacks auf KI-Systeme

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat Mitte Januar 2026 seinen aktualisierten Leitfaden "Evasion-Attacks auf LLMs – Gegenmaßnahmen in der Praxis" veröffentlicht. Das Dokument richtet sich an Entwickler und IT-Sicherheitsbeauftragte, die vortrainierte Sprachmodelle wie GPT in ihren Anwendungen einsetzen.

Evasion-Attacks – dazu zählen Prompt Injections, Jailbreaks und adversariale Angriffe – sind eine wachsende Bedrohung. Sie zielen darauf ab, das beabsichtigte Verhalten eines KI-Systems während des Betriebs zu manipulieren, ohne die Modellparameter selbst zu verändern. Besonders kritisch: Klassische Sicherheitsmechanismen wie Firewalls oder Antivirensoftware erkennen diese Angriffe nicht.

Das „Lethal Trifecta" – Wann wird es gefährlich?

Das BSI warnt besonders vor einer Risikokonstellation, die es als "Lethal Trifecta" bezeichnet. Wenn ein LLM-System diese drei Eigenschaften gleichzeitig aufweist, steigt das Angriffsrisiko erheblich:

⚠️ Die drei kritischen Risikofaktoren

Die Empfehlung des BSI: Die Systemarchitektur so gestalten, dass diese Funktionen möglichst in getrennten Sessions oder mit isolierten Komponenten ausgeführt werden.

Praxisnahe Checkliste zur System-Härtung

Der Leitfaden enthält eine detaillierte Checkliste, die Unternehmen dabei unterstützt, ihre LLM-Systeme systematisch abzusichern. Die Maßnahmen sind in vier Ebenen strukturiert: Management, Mensch, System und LLM.

BSI-Basismaßnahmen (Auswahl)

Das BSI betont: Selbst bei Implementierung aller Maßnahmen bleiben Restrisiken bestehen. Ein mehrschichtiger Ansatz (Defense-in-Depth) ist daher unverzichtbar.


BRSG II: Digitalisierungsschub für die betriebliche Altersversorgung

Mit der Verabschiedung des Zweiten Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG II) durch den Bundesrat am 19. Dezember 2025 beginnt eine neue Ära für die bAV-Verwaltung. Das Gesetz ist am 1. Januar 2026 in Kraft getreten und bringt weitreichende Änderungen.

Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

Sofort ab Januar 2026:

Ab 1. Juli 2026:

Ab 1. Januar 2027:

PSVaG: Vollständige Digitalisierung der Prozesse

Ein zentraler Aspekt des BRSG II ist die Digitalisierung beim Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG). Künftig können Beitragsbescheide vollautomatisch ohne Sachbearbeitung erlassen und die Kommunikation mit Leistungsberechtigten rechtssicher digital abgewickelt werden. Dies entlastet Versicherungsunternehmen und bAV-Anbieter erheblich von bürokratischem Aufwand.

💡 Praxisrelevanz für HR und bAV

Die Digitalisierung der PSVaG-Prozesse schafft neue Schnittstellen-Anforderungen. bAV-Plattformen müssen diese digitalen Kommunikationswege integrieren können – ein weiterer Treiber für die Modernisierung der IT-Infrastruktur in der Altersversorgung.


KI-Schulungspflicht: Art. 4 KI-VO gilt bereits

Während viele Unternehmen noch auf den August 2026 schielen, gilt eine zentrale Verpflichtung der EU-KI-Verordnung bereits seit dem 2. Februar 2025: Artikel 4 verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, für "ausreichende KI-Kompetenz" bei allen Personen zu sorgen, die mit dem Betrieb und der Nutzung von KI-Systemen befasst sind.

Was bedeutet „KI-Kompetenz"?

Die KI-VO definiert KI-Kompetenz als "Fähigkeiten, Kenntnisse und Verständnis, die es Anbietern, Betreibern und betroffenen Personen ermöglichen, KI-Systeme sachkundig einzusetzen und sich der Chancen und Risiken von KI bewusst zu werden."

Konkret müssen Schulungen abdecken:

Zeitplan und Sanktionen

Die Bundesnetzagentur hat im Juni 2025 ein Hinweispapier zur KI-Kompetenz veröffentlicht. Ab dem 3. August 2026 beginnt die Marktüberwachung – dann können nationale Behörden Sanktionen verhängen. Interessant: Der Verstoß gegen Art. 4 selbst ist zwar nicht direkt bußgeldbewehrt, aber Unternehmen haften zivilrechtlich, wenn mangelnde Schulung zu Schäden führt.

Handlungsempfehlung

Unternehmen sollten jetzt mit Grundlagenschulungen beginnen und diese dokumentieren. Eine nachweisbare Schulungsstrategie schützt nicht nur vor Haftungsrisiken, sondern ist auch ein Wettbewerbsvorteil bei der Umsetzung der BRSG II-Digitalisierung und dem sicheren Einsatz von KI in der bAV.


Fazit: Die Themen verschmelzen

Die Entwicklungen dieser Woche zeigen eine klare Tendenz: KI-Sicherheit, Compliance und bAV-Digitalisierung sind keine isolierten Themen mehr. Wer KI in der betrieblichen Altersversorgung einsetzen will, muss gleichzeitig die BSI-Empfehlungen zur System-Härtung beachten, die neuen digitalen Schnittstellen des BRSG II integrieren können und nachweisbare KI-Kompetenz im Unternehmen aufbauen.

Für HR-Verantwortliche und bAV-Manager bedeutet das: Die Investition in KI-Schulungen zahlt sich mehrfach aus – sie erfüllt nicht nur die regulatorischen Anforderungen, sondern schafft auch die Grundlage für den sicheren und effizienten Einsatz von KI in der Personalverwaltung.


IT Warehouse AG

Seit 1996 entwickeln wir sichere IT-Lösungen für die Versicherungsbranche – mit Fokus auf Datenschutz, Compliance und KI-gestützte Prozessoptimierung.


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Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung moderner KI-Tools recherchiert und erstellt. Die redaktionelle Verantwortung und finale Ausarbeitung liegen selbstverständlich bei uns – human in the loop! Denn gute Inhalte entstehen im Zusammenspiel von Technologie und Erfahrung.


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